Maiwanderung 2006

Unter dem Decknamen "Herrlichkeit am Rhein" lud der Vorstand die Kameraden mit Kind und Kegel am 1. Mai 2006 zum ersten Manöver des Jahres ein. Treffpunkt war das Neutor um 12 Uhr. Da der Vorabend dieses Feiertags traditionsgemäß zum Tanz in den Mai einlädt, war zu erwarten, dass es zu Aufbruchsverzögerungen kommen könnte. So geschah es auch, dass sowohl der Wanderführer ("Herr Markus B. aus L. am R.") und der für Manöver zuständige CILS samt Gattin und Tochter leicht verspätet eintrafen. Sie hatten wohl an diesem Morgen nicht allzu viel Schlaf abbekommen.

Nachdem die Vollzähligkeit festgestellt wurde und die Wanderleitung nun anwesend war, ging es los in Richtung Manövergebiet. Natürlich ahnte niemand der tapferen Teilnehmer und Teilnehmerinnen, in welche Himmelsrichtung es sie verschlagen würde und auf welche Abenteuer sie sich eingelassen hatten. Denn Richtung und Ziel wurden "aus taktischen und strategischen Gründen" geheim gehalten. Und doch schritt man frohen Mutes voran durch die Stadt hinunter Richtung Rheinhöller hinter der Bahn her nach Kasbach. Während dieses Weges probierte unser Schießmeister Hubert den Schutzhelm an, den er vom Altliteraten Uwe überreicht bekommen hatte. Unser Uwe hatte an fast alles gedacht, denn in der Einladung hieß es ja "Sollten unter den Kameraden jemand über Steigeisen, Höhlenlampen , Schutzhelme oder ähnliche Utensilien verfügen, kann und sollte er diese Sachen gerne mitbringen".

Auf dem Weg hoch durch Kasbach konnte am Bürgerhaus ein Mahnmal besichtigt werden. Scheinbar hatten sich übele Gestalten am örtlichen Maibaum zu schaffen gemacht und nur noch ein Häufchen Elend davon übrig gelassen. Auf der Inschrift hieß es: "Gegen die Dummheit derer, die den Idealismus und die Gemeinschaft des Ortes Kasbach feige mit Füßen treten". Sollten das nicht mal die Nachbarn von oberhalb gewesen sein... Aber wessen Fuß war das eigentlich?

Kurz vor der Brauerei machte der Trupp dann aber doch noch eine Kurve rauf in Richtung Erpel Ley. Wie viele der armen Wandersleute sich schon auf die Brauereischänke gefreut hatten bleibt dabei ungewiss. Aber es ging gnadenlos weiter bergauf. Oben angekommen schlug man sich - gottseidank ebenerdig - quer durch den Wald zum Plateau durch. Hier gab es endlich isotonische Getränke mit vielen Mineralien, Hopfen, Malz und Wasser für die ausgelaugten Wanderer. Auch der ein oder andere Kurze für besonders schnelle Energiebedarfsdeckung stand bereit.

Nach kurzem Aufenthalt ging es den Berg hinunter Richtung Erpeler Neutor. Dort wurde dann das eigentliche Ziel des Manövers enthüllt: Die Herrlichkeit Erpel sollte für spätere Einsätze (z.B. Karnevalssonntag) systematisch aufgeklärt werden. Dies erklärte natürlich auch die umständliche Anreise über die Ley: Von oben kommend konnte man sich besser in den Ort hineinschleichen! Dazu hatte es die Generalität geschafft, den obersten Bürger des Ortes als Doppelagenten zu gewinnen. Dieser weihte die Artilleristen unter dem Deckmantel einer Ortsbesichtigung in die geheimen Abwehranlagen von Erpel ein. Zum Beispiel wurde der Schießmeister darüber aufgeklärt, dass es mittlerweile keinen Sinn mehr macht, am Karnevalssonntag direkt unter dem Neutor Kanonenschüsse abzugeben um dieses zum Einsturz zu bringen. Denn fleißige Erpeler Rentner haben dieses gründlich renoviert und saniert. Daraufhin versuchte Richtschütze Markus, ob er den Ort wenigstens von oben herab treffen könne.

Am Ende des Rundganges bot der Bürgermeister den Artilleristen im Rathaus noch einige interessante Fakten über den schönen Ort Erpel und spendete dabei eine Runde Wasser und Wein. Hiernach ging es dann zur Stärkung in die Gaststätte "Om Maat", wo zu Ehren des Bürgermeisters die erste Strophe des Artilleristenliedes gesungen wurde. Da man aus Zeitgründen die Tunnelanlagen der ehemaligen Ludendorff-Brücke nicht mehr hatte besuchen können, lud der Gemeindevorsteher zu einem späteren Zusatztermin ein und verabschiedete sich anschließend von den Kameraden. Nach einem reichhaltigen und leckeren Essen ließ man den Tag dann bei einigen Bieren ausklingen.

An dieser Stelle auch noch mal vielen Dank an Herrn Bürgermeister Edgar Neustein für die tolle Führung durch Erpel!