Zum 1. Januar hatte das Funkenkorps Schwere Artillerie Rut-Wiess 1993 e.V. zum Neujahrsempfang in die Stadthalle Linz eingeladen. Sie wollten damit den Gästen Gelegenheit bieten, mit ihnen zusammen 66 Jahre Schwere Artillerie zu feiern.
Wenn es auch augenscheinlich dem einen oder anderen, in Anbetracht des Tages und des relativ frühen Zeitpunktes, etwas schwergefallen war, so waren doch viele ehemalige und jetzige Linzer Karnevalsgrößen erschienen. In einem bunten und zwanglosen Ablauf verbrachten die Anwesenden einen Tag, den man getrost als Startschß in die heiße Phase des Karnevals bezeichnen kann. In seiner Begrüßungsrede, in der der Commodere der Schweren Artillerie Heinz Bündgen auf die Tradition des Neujahrsempfanges im Korps einging, erinnerte er auch an das schreckliche Geschehen in Süd-Ost-Asien und wies darauf hin, dass für freiwillige Spenden an die Flutopfer ein Sparschwein bereit stehe. Am Ende der Veranstaltung hatten die Gäste den stattlichen Betrag von 363,50 € gespendet, den die Schwere Artillerie auf 400 € aufstockte. Die Spende wurde an das Deutsche Rote Kreuz überwiesen.
Nach den Begrüßungsworten stellte Literat Uwe Jenichen bei seinem geschichtlichen Rückblick die Frage in den Raum, was gewesen wäre, wenn nicht 8 Männer des Schwimmklubs 1939 den Entschluss gefasst hätten, die Schwere Artillerie zu gründen. In humorvoller Weise beschrieb er dabei den Werdegang des Korps. Die gute Stimmung wurde danach weiter gefördert durch die Darbietungen des Musikzuges der Stadtsoldaten unter Heinz Lück und der Jugendtanzgruppe des TC Blau-Weiss St. Katharinen. Sehr zur Freude der Neujahrsgäste hatten sich die aus früheren Karnevalssitzungen bekannten Linzer Büttengrößen Christina Wilhelm (Et Stina vum Rhing) und Peter Heckenbach bereit erklärt, nochmals einen Vortrag aus ihrem damaligen karnevalistischen Schaffen zum Besten zu geben. Als Überraschungsgäste präsentierten sich zwei Vertreter des Linzer MGV. Wolli Klein und Heinz-Werner (Wibbel) Wipperfürth brachten den Jubiläumsgästen den neukomponierten "Artilleristenblues" zu Gehör. Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich der Besuch von Prinz Helmut I. "Ne Jeck ohne Grenzen", wie er sich selber bezeichnet. Er hatte die in diesem Jahr gegründeten "Funfaren", eine aus einer karnevalistischen Juxidee entstanden Fanfarengruppe der Roten Husaren mitgebracht. Überrascht wurden danach Commodore Heinz Bündgen und seine Artilleristen durch ihre Ehefrauen. Waren die einmarschierenden Damen anfangs noch mit langem schwarzen Mantel umhüllt, mit dem Dreispitz als Kopfbedeckung und dicker roter Clownsnase versehen, so wandelte sich auf der Bühne ihr Aussehen, bei schmissiger Musik, nach und nach wieder zu dem, was den Artilleristenmännern bekannt war, ihren Partnerinnen. Zu einem schönen musikalischen Abschluss des Tages trug der Auftritt der Linzer Fanfaren unter der Leitung von Paul Kremer bei. Sie versetzten die Besucher des Neujahrsempfanges mit ihrer Musik in die rechte Aufbruchsstimmung, die Karnevalssession nun verstärkt in Angriff zu nehmen. Die anfangs noch so müden und mit schläfrigen Augen erschienen Gäste hatten ihre Vortagsstrapazen längst vergessen und feierten noch lange im Kreise der Linzer Karnevalisten.