Am 26.05.2005 war es so weit. Kameraden der Schweren Artillerie und des Funkenkorps Blau-Wiess brachen zum ersten gemeinsamen Manöver auf. Verstärkt wurde die Truppe durch den Prinzen in Lauerstellung Paul Ziegler und seinem Adjutanten Wuddi Wuttkopf. Außerdem hatten sich dem Tross noch mehrere Manöverbeobachter angeschlossen, um zum einen ein neutrales Urteil über die Kampfmoral der karnevalistischen rot-weißen/blau-weißen Streitmacht zu ermöglichen, aber auch, um durch tatkräftige Unterstützung bei der Vernichtung bayrischer Kampfmittel mitzuwirken.
Vereinbarte Zeit des Treffens war an diesem Tag für 6:45 Uhr angesetzt. Alle waren pünktlich, außer derer von Birrenbach. Johannes erschien schlürfenden Schrittes gegen 6:55 Uhr am vereinbarten Treffpunkt Feuerwehrhalle. Offensichtlich darüber besorgt, dass unserem Kameraden Johannes möglicherweise eine gesundheitliche Einschränkung zu schaffen mache, eilte Markus Siebertz unserem Veteranenanwärter entgegen um ihn von der Last seines Köfferchens zu befreien. Dankbar klopfte Johannes seinem Helfer auf die Schulter und begrüßte lachend und winkend die wartenden Mitstreiter. Von wegen gesundheitliche Einschränkung!
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Oder sollte man in diesem Fall sagen: “Die Biir fällt nicht wick vum Birrebaach.” Kaum hatte Johannes sein verspätetes Eintreffen mit der großen Entfernung zum Treffpunkt (ca. 300 Meter) zu begründen versucht, da tauchte freudig strahlend ein weiterer Birrenbach auf. Guido verstand die Aufregung wegen der seiner Meinung nach unwesentlichen Verspätung nicht. Er wollte wohl als aktiver Stadtsoldat die Nervenstärke der Artilleristen und der blau-weißen Kameraden einem ersten Test unterziehen. Im Nachhinein sehe ich dieses Verhalten als legales Mittel eines Manöverbeobachters an, die Einsatzfähigkeit der Truppe einer ersten neutralen Beurteilung zu unterziehen. Endlich war alles an Bord und wie jeder glaubte, auch alles Wesentliche verstaut.
Kaum hatte sich der Bus bei herrlichstem Wetter in Bewegung gesetzt, wurden von einigen Hartgesottenen schon die ersten Frühstücksbierchen geordert. Mit Kartenspiel und “vill dumm Jelaaber” vertrieb man sich die Zeit. Als der Biervorrat im Bus beängstigend knapp zu werden drohte, beschloss die Manöverführung eine erste Rast einzulegen. Der Magen braucht schließlich nicht nur flüssig Brot.
In Edenkoben wurde ein Stopp eingelegt. Die bestens gelaunte Truppe verließ den Bus. Viele sahen sich in Gedanken schon in ein leckeres Brötchen, dick belegt mit Fleischwurst beißen. In der Tat war auf dem erstaunlich schnell hergerichteten Buffet alles vorhanden. Fleischwurst, Käse, herzhafte Knacker, eisgekühlter Sekt, klarer Schnaps, heißer Kaffee, alles da! Allerdings sah man Murmel und Bulli heftige miteinander diskutieren. Man hörte die Worte: “Brüütcher” und “du häss die doch ennjelaade” “wo wohren die dann?” und letztlich “dat jit et doch nit!” Die hungrigen Manöverteilnehmer mussten mit Erstaunen registrieren, dass die knusprigen Brötchen in Linz geblieben waren. Bevor eine Meuterei in der Truppe ausbrechen konnte, hatte sich Murmel auf den Weg ins Rasthaus gemacht um dort alle vorrätigen, frisch gebackenen Brötchen aufzukaufen. Die Meuterei war abgewendet. Alle langten kräftig zu. Wolli hatte etwas Probleme mit der Senftube. Entweder fehlte ihm das Gefühl beim Bearbeiten der Tube oder er hatte die Aufnahmefähigkeit seines Wurstbrötchens überschätzt. Auf jeden Fall landete ein riesiger Klecks Senf auf einem seiner teueren Deichmann-Schuhe. Es sah aus, als habe ein Vogel darauf geschissen. Bevor die große Lästerei einsetzen konnte, rettete Johannes die Situation, indem er einen seiner Meinung nach köstlichen klaren Schnaps anpries und anbot. Wolli entfernte den unansehnlichen Fleck auf seinem Schuh ohne jedoch die Flasche in der Hand von Johannes aus den Augen zu verlieren. Beiden ließen sich anschließend einige Gläschen schmecken und feuerten sich dabei mit ständigem “Na Ohm, dat ess wat, wa Ohm, noch eine, Ohm?, komm Ohm!” zu weiteren genüsslichen Schlückchen an. Offenbar fühlten sich einige durch die beiden Schmecklecker animierten, denn ein Großteil der Manöverkämpfer ließ den guten Tropfen nun ebenfalls durch die Kehle in tiefere Regionen ihres Körpers gleiten. Nur unser Chemiefacharbeiter Gonzo (Dietmar Schmahl) verweigerte sich dem klaren Getränk mit dem Hinweis, er fröne lieber einem anderen Genuss. Triumphierend hielt er eine eisgekühlte Flasche Sekt in die Luft. Jedem das Seine.
Etwas verspätet, aber gut gestärkt nahm nach einiger Zeit ein jeder wieder seinen Platz im Bus ein und es ging weiter, nun Richtung Augsburg. Im Bus das übliche Prozedere, Bier holen oder holen lassen, Karten spielen, domme Verzäll maache, e Nickerche versööke. Unser Spieß Berthold, der im Bus ständig kleine Schweißperlen auf der Stirn herumtrug, entschloss sich seinem Körper Erleichterung zu verschaffen. Nicht fäkalienmäßig sondern kleidermäßig. Er schaffte es, auf engstem Raum, in seinem Sitz eingeklemmt, sich seiner langen Hose zu entledigen und kurze Beinkleider überzuziehen. Wer Bertholds Körperumfang kennt und auch den Abstand zweier Sitzrückenlehnen im Bus einzuschätzen weiß, der weiß auch, welche zirkusreife Leistung Berthold in diesem Moment vollbrachte. Warum er diese Prozedur in der Enge zwischen zwei Sitzen durchführte, wobei dies die kleineren Schweißperlen auf seiner Stirn in größere verwandelte, bleibt sein Geheimnis. Im Gang hätte er sich bequemer umziehen können und möglicherweise hätte ihn die eine oder andere Hand hilfreich unterstützt. Aber wahrscheinlich wollte Berthold in seiner Bescheidenheit den mit Sicherheit aufbrandenden Applaus ob seines Astralkörpers abwenden.
Nach einiger Zeit und vielen Bierchen steuerte der Busfahrer erneut eine Raststätte an. Die Uhrzeit ist von mir nicht notiert worden, der Ort der Raststätte nannte sich Gruibingen. Nach unbestätigten Aussagen einiger Manöverteilnehmer wurde dieser Stopp durch den Blau-Weißen Kommandanten Rudolf und den Alt-Literaten der Schweren Artillerie Franz-Josef veranlasst. Der Teer ihrer Lungen hatte sich wegen der großen Hitze wohl gelöst und musste erneuert werden.
Unser nächstes Ziel war Augsburg. Dort war von unseren Organisatoren Murmel und Bulli eine Brauhausbesichtung in der Brauerei Thor-Bräu organisiert worden. Da jedoch jeder halbwegs gebildete Linzer bereits mehrmals den Kölner Brauhaus-Wanderweg hinter sich hat bringen müssen, zeigte sich sehr schnell, dass die Vorgänge des Brauens für alle kein Geheimnis mehr darstellte. Trotzdem wurde überwiegend geduldig den Ausführungen des heimischen Braumeisters gelauscht.
Im Anschluss an diese Führung ging es in einen in der Nachbarschaft der Brauerei liegenden Biergarten. Dort sollte der Bierappetit, den man sich in der Brauerei geholt hatte, gestillt werden und der ein oder andere Happen fester Nahrung zu sich genommen werden. Doch nicht nur die Schluckmuskeln und der Magen kamen hier auf ihre Kosten. Nein, auch die Augen hatten ihre Freude und die Fantasie von manchem Karnevalsveteranen wurde angekurbelt. Eine nette Bedienung mit hübschen Beinen und einer, dem Kostüm der Linzer Köbesse ähnelnden Bekleidung, nahm freundlich lächelnd die Bestellungen entgegen. Da die eine oder andere Bestellung von der schönen Maid offensichtlich nicht richtig verstanden wurde, musste sie sich mehrmals nach vorne beugen, um das kölsche Dialekt besser interpretieren zu können. Dies erfreute immer wieder in hohem Maße die an den Nachbartischen hinter der Bedienung sitzenden Manöverteilnehmer, denn, die Schürze der Bedienung war hinten offen, so dass bei jedem Vorbeugen des Mädels den Herrschaften hinter ihr ein reizvoller Aus- und Anblick geboten wurde. Unser zukünftiger Prinz Paul ließ sich zu der Überlegung hinreißen, diese Kostümierung eventuell bei den Köbessen einzuführen. Die Anwesenden waren sich allerdings einig, dass dies nur Sinn mache, wenn dabei ein ähnlich reizvoller Anblick dargeboten würde wie hier in Augsburg. Dies konnte Paul jedoch nicht garantieren.
Fantasiebeflügelt und zufrieden wurde die letzte Etappe der Anreise Richtung Manövergebiet in Angriff genommen.
Nach vielen, von mir nicht mehr registrierten Kilometern und nicht mehr rekonstruierbarer verstrichener Zeit, gelangte die Truppe nach Paterzell. Im Landgasthof "Zum Eibenwald" wurde Quartier bezogen. Nachdem der Körperschweiß entfernt und die Kleidung aufgemöbelt war, traf sich die gesamte Manövermannschaft zum gemeinschaftlichen Abendbrot. Das Essen wurde serviert und Commodore Christian wollte die hungrige Truppe auf die Gepflogenheiten der Schweren Artillerie hinweisen, nämlich, dass vor jedem warmen Essen ein Gebet gesprochen wird. Aber leider war auch diesmal diese schöne Tradition nicht durchsetzbar. Dass einige "Unwissende" bereits die Kaumuskeln im vollen Gange hatten, ist noch nachvollziehbar, aber sogar gestandene Artilleristen wie Johannes und Andreas ließen sich von den Essensdüften verführen und langten schon kräftig zu. Zumindest konnte Commodore Christian noch dazu animieren, die 4. Strophe des Artilleristenliedes zu singen.
Gut gestärkt wurde anschließend auf der Terrasse heftig und lange darüber diskutiert, wie die bestmögliche Vorbereitung für den folgenden ersten Kampftag im feindlichen Hinterland aussehen müsse. Da von der Generalität offensichtlich größtes Vertrauen in die Kampferfahrung aller Truppenteile gesetzt wurde, kam es zu ganz individuellen Vorbereitungen. Es war zu beobachten, dass die meisten auf die Kraft des bayerischen Gerstensaftes vertrauten und sich daher mit zügigen Bestellungen möglichst optimale Kraftreserven aufzubauen versuchten. Einige wenige, unter anderem Paul, Wuddy und Wolli, hatten entweder im Laufe des verflossen Tages eine Menge Kampfkraft verloren oder aber sie hatten vor, am kommenden Manövertag mit besonders tollkühnen Aktionen, die einer speziellen Vorbereitung bedurften, der Truppe zum Erfolg zu verhelfen. Sie bestellten zusätzlich zu dem, die Siegeseuphorie beflügelnden bayerischen Gerstensaft, fortwährend noch einen kräftigen Obstler. Es war ihnen anzusehen, dass sie diesen Abend nutzen wollten, sich optimale und intensiv auf den folgenden Manövertag vorzubereiten. So individuell wie ein jeder Manöverteilnehmer an diesem Abend seine Entscheidung traf, was er seinem Körper Gutes tun müsse um der Truppe eine Hilfe zu sein, so individuell bestimmte auch jeder Teilnehmer, wann der für ihn bestmöglichste Körperzustand erreicht war und es Zeit für ihn sei, das Feldlager aufzusuchen. Irgendwann zu sehr, sehr späten Stunde hatte auch der Letzte seinen Körper ausreichend inspiziert und einen zufrieden stellenden Zustand festgestellt. Irgendwann, allerdings wie schon erwähnt, sehr spät, war die Terrasse leer.
Der 2. Tag des Manövers sollte laut Marschbefehl mit einem Morgenappell um 6 Uhr beginnen. Das Besetzen der Latrinen war demnach erst nach dem Frühstück vorgesehen. Hier traten allerdings schon einige Komplikationen auf. Offensichtlich war der Besuch der Latrinen für einige Manöverteilnehmer schon vor dem Frühstück von Nöten. Vor allem Martin Hoppen und Hubert Rahm hielten diese Örtlichkeiten über Gebühr lange in Beschlag, so dass Markus Siebertz und Daniel Jenichen ihre menschlichen Bedürfnisse erst nach vehementem Drängen befriedigen konnten. Offensichtlich trat dieses unkameradschaftliche Verhalten auch in anderen Truppenteilen auf. Spieß Berthold sah sich daher außerstande der Generalität ein einheitliches Bild über die Kampfkraft der Truppe zu vermelden. Er und die Führungskräfte mussten sich daher auf die in früheren Manövern gesammelten Erfahrungen stützen und auf die Einsatzbereitschaft der Truppe vertrauen. Nach einem stärkenden Frühstück ging es zum Mannschaftsbus. Heute sollte ein Vorstoß Richtung München unternommen werden. Es galt ein Floss zu kapern und die darauf vom Feinde gelagerten flüssigen und festen Vorräte möglichst komplett zu vernichten. Die Abfahrt zu diesem Einsatz wurde wieder einmal verzögert. Prinz Paul und im Schlepptau eine weitere Person, es muss entweder Wuddy oder Kölsch gewesen sein, denn die beiden waren durch den vielen vortäglichen gemeinsamen Enzian-Genuss schon ziemlich auf den zukünftigen Prinzen fixiert, also der designierte Prinz und diese nicht notierte Person eilten arg verspätet zum Bus. Kaum waren die beiden eingestiegen, stellten die Verantwortlichen fest, dass man immer noch nicht vollzählig war. Guido, der vum Birrebaach, kam als letzter, fröhlich lächelnd durch die Tür und gesellte sich zur Truppe. Es konnte losgehen. Die Mannschaft war in bester Kampfesstimmung. Um die Truppe auch auf dem Floss bei Laune zu halten, hatte die Generalität in kluger Voraussicht eine Musikkapelle engagiert, die in Raisting zustieg. Der Bus kutschierte uns durch zumindest dem Literaten unbekanntes Feindesgebiet. Irgendwo am Ufer der Isar wurde die Truppe ausgesetzt. Dort lagen einige Floße zum Ablanden bereit. Ohne Gegenwehr wurde eines dieser Floße besetzt und der Kapitän mit seinen zwei Matrosen verhaftet. Sie sahen die Sinnlosigkeit eines Widerstandes sofort ein und versprachen die Linzer Truppen unbeschadet Richtung München zu schiffen. Die Musik hatte ihre Plätze eingenommen, alle waren an Bord, es konnte losgehen. Mit zünftiger Musik und triumphierend in die Höhe gereckten gefüllten Bierhumpen wurde vom Lande abgestoßen und Fahrt aufgenommen. Das Heck des Floßes war üppig beladen mit dickbauchigen Fässern, gefüllt mit schmackhaftem Gerstensaft, knackigen Mettwürsten, saftigem Leberkäse, salzigen Brezeln und tütenweise Brötchen. Bei langsamer Fahrt zeigten die Linzer, was in ihnen steckt. Unablässig wurden o.g. Leckereien der Vernichtung zugeführt. Ein um die Truppe besorgter Spieß Berthold verteilte gezielt klare Schnäpschen an die kämpfende Einheit, wohl in Sorge, dass die vielen Leckereien den Magen verderben könnten. Unterstützt wurde er dabei vom Veteranenanwärter Johannes. Apropos Johannes, die Musik steckt ihm einfach im Blut. Mag der Platz noch so klein und beengt sein, wenn Johannes vom Rhythmus gepackt wird, beginnt er zu hüpfen. Diesmal reichte ihm eine Sitzbank, um das ihn ergreifende Tanzfieber mit ständig wechselnden Hüpfern von einem Bein auf das andere und rechts und links schwingenden Armen auszuleben. Dabei sendete er ein stetig strahlendes Lächeln an alle die, die bewundernd zu ihm aufblickten. Der "Ohm-Clan" war insgesamt sowieso ziemlich aktiv, was die Musik betraf. Ohm Stefan eroberte nach einiger Zeit das Schlagzeug und hetzte mit schnellen, gekonnten Trommelschlägen die Musiker durch die Stücke, während zu einem anderen Zeitpunkt Ohm Wolli die Musiker zackig, aber ohne Hast und mit genussvoll verdrehten Augen dirigierend, das Tempo der Musik bestimmte. In dieser tollen Stimmung und bei herrlichem Sonnenschein bat dann Commodore Christian um Gehör. Er kündigte eine Äquatortaufe an. Bei der Schweren Artillerie ist es üblich, wenn sie sich im Einsatz auf dem Wasser befindet, derjenige anwesende Artillerist äquatorgetauft wird, der die kürzeste Zeit Mitglied im Korps ist. Da unsere tatsächlich "jüngsten" Mitglieder Uwe Bay und Jan Welling nicht mit zum Manöver ausgerückt waren, traf es den überraschten Daniel Jenichen. In den wilden Piratenzeiten war die Äquatortaufe mit Kielholen verbunden, aber das wollte man dem Daniel nicht antun. Mit allerlei Utensilien wurde er "wasserresistent" verpackt. Eine Badekappe, eine Taucherbrille, eine Schwimmweste, ein Schwimmreifen, weiße Handschuhe (wohl um ihn als Artilleristen kenntlich zu machen), eine übergroße Windel, Badelatschen und ein langes Tau, dass ihm zur Sicherheit um die Brust geschlungen wurde machten aus Daniel etwas, was ihn für diesen Augenblick als Frauenheld völlig disqualifizierte. Er sah gelinde gesagt ziemlich unmöglich aus. All diese Maskerade wäre aber nur die Hälfte des Spaßes gewesen. Es sollte nun noch die eigentliche Taufe und somit der Höhepunkt der Zeremonie stattfinden. Papst Benedikt der XVII., verkörpert mit würdevoller Gebärde von Wolli, träufelte aus einem, mit eiskaltem Isarwasser gefülltem Bierhumpen, stetig aber langsam die Flüssigkeit auf das Haupt von Daniel. Wolli begleitete diese Zeremonie mit salbungsvollen Worten, die aber auf den immer nasser werden Täufling keinen Eindruck zu machen schienen. Nachdem Wolli den letzten Tropfen Isarwasser auf den Kopf von Daniel geträufelt hatte, schloss er, unter dem Beifall der umstehenden Manöverteilnehmer, mit einem kurzen Segen die Äquatortaufe ab. Irgendwer stimmte in diesem Augenblick zaghaft die ehemalige Nationalhymne der DDR an, allerdings umgetextet in: "Auferstanden als Ruine". Daniel, inzwischen ziemlich durchnässt, bewegte sich zur Überraschung vieler zum Rande des Floßes. Er setzte sich nieder und ließ sich tatsächlich, gesichert durch das lange Tau, in das etwa 12 Grad kalte Isarwasser gleiten. Bravo, das war einer Äquatortaufe nach Art der Artillerie und eines Artilleristen würdig. Inspiriert durch das mutige Vorgehen von Daniel wagten sich später auch Bulli, Murmel, Hubert, Stefan, Franz-Josef, Commodore Christian, Prinz Paul und Wuddy ins eiskalte Isarwasser. Nach all diesen teilweise hektischen Aktivitäten wendete sich die Truppe wieder dem Kern der Übung zu, nämlich der Vernichtung von Dingen, die dem Feinde zur Stärkung dienen könnten. Mag es die starke Sonneneinstrahlung oder die gute Stimmung allgemein bewirkt haben, auf jeden Fall fanden sich edle Spender für einige Liter Gerstensaft. Prinz Paul spendierte beispielsweise ein 50-Liter-Fass. Zur Bedingung stellte er jedoch, dass die Artillerie die 2. Strophe des Artilleristenliedes schmettern müsse. In Anbetracht des zu erwartenden Biersegens bedurfte es keiner Überredungskünste. Schnell und laut wurde die 2. Strophe des Artilleristenliedes in den blauen Bayernhimmel geschmettert. Karl Esch und ein anonymer Spender erklärten sich bereit weitere 50 Liter Gerstensaft zu zahlen. Bedingung: Singen der 3. Strophe. Es bestanden natürlich wieder keinerlei Motivationsprobleme. Da der anfangs verhaftete Flößermeister und seine beiden Helfer, die sich aber zwischenzeitlich unserer Truppe angeschlossen hatten und daher volle Bewegungsfreiheit genossen, die bisherige Fahrt, trotz zweier waghalsig abschüssiger Rutschen, ohne Probleme bewältigt hatten, wurden sie von der an Bord befindlichen Prominenz mit diversen Auszeichnungen dekoriert. Prinz Paul verteilte Nädelchen, Murmel überreichte Orden und der Commodore überreichte die Linzer Fährkappe an den Flößer.
Der Mittag näherte sich und eine Pause sollte eingelegt werden. Beim an der Isar gelegenen Gasthof "Zum Brückenwirt" wurde angelegt. Wolli küsste beim Betreten des festen Bodens die Erdkrume am Isarufer in der Manier eines stark gealterten Papstes. Oder mag es am Biergenuss gelegen haben, dass sich zwei Kameraden bemühen mussten, ihn aus der knienden, nach vorn gebeugten Haltung wieder in die Senkrechte zu zwingen. Mit Musik an der Spitze und einer leidlich akzeptablen Ordnung marschierte die Truppe in den Hof des Rasthauses ein und ließ sich zur Mittagsruhe in den Stühlen unter den Schatten spendenden Bäumen nieder. Eine weitere Musikgruppe mit Gefolge hatte sich in der Gaststätte eingefunden. Zur Freude aller schlossen sich die beiden Musikgruppen zusammen und begeisterten die Zuhörer mit zünftiger bayerischer Stimmungsmusik. Wuddy ließ die ausgelassene Stimmung kalt. Er hatte sich auf einer Bank ausgestreckt und betrieb Augenpflege. Offensichtlich versuchte er sich intensiv auf den unvermeidlich kommenden Genuss weiterer Enzian-Getränke zu konzentrieren, die ihm vor allem Prinz Paul, in seiner unvergleichlichen Großzügigkeit gegenüber seinem Adjutanten, immer wieder als obersten Genuss aller Genüsslichkeiten zu offerieren suchte. Der Schlaf und die Vorfreude auf den nächsten Enzian währten nicht lange. Die Mittagspause war zu Ende und es ging wieder zum Floss. Die letzte Strecke auf der Isar bis kurz vor München verlief wie von der Generalität geplant. Da der Kampfeswille der Truppe offensichtlich ungebrochen war, wurden weiter alle notwendigen Muskeln vehement eingesetzt, damit die erbeuteten Nahrungsmittel möglichst vollständig einer gesicherten Vernichtung zugeführt werden konnten. Stark abgekämpft, aber nicht dezimiert erreichte die Truppe das Ziel München Grünwald. Stolz auf das Geleistete und zufrieden mit Erreichten bestieg die Truppe den bereitgestellten Truppentransporter um mit ihm Richtung Kaserne "Zum Eibenwald" zurückzukehren.
Auch hier muss ich die psychologisch hervorragend durchgeplante Strategie der Generalität lobend erwähnen. Die Stimmung in der Truppe war zu diesem Zeitpunkt hervorragend. In den Überlegungen der Generalität spielte es offensichtlich eine große Rolle, dieses Stimmungshoch möglichst bis zum nächsten Tag zu erhalten. Galt es doch auch am morgigen Tag mit einer schlagkräftigen Truppe den 2. Manövertag in Angriff zu nehmen. Taktisch klug unterbrach die Truppenführung daher die Heimfahrt für einen Zwischenstopp in der Gaststätte "Zur Post" in Raisting. Kurzzeitig drohende Ausfälle (Gonzo, Rudolf Honnef) konnten damit geschickt wieder in die Truppe integriert werden. Diesen Zwischenstopp nutzte Spieß Berthold, um an einem Nebentisch zwei unbescholtene Bürger, möglicherweise auch Touristen, ca. 1 Stunde in ein Gespräch zu verwickeln. Es ging möglicherweise oder besser, sehr wahrscheinlich, um den rheinischen Karneval. All zu überzeugend wirkte Berthold in seiner Mimik nicht. Wenn er so gesprochen hat, wie er sich bewegt hat, kann man die beiden Zuhörer, wegen ihrer Engelsgeduld, nur bewundern. Glücklicherweise kam irgendwann der Aufruf zum Abmarsch und die beiden unbescholtenen Bürger konnten das Gehörte in Ruhe verdauen. Rückfragen von mir an Berthold, um was es bei diesem Gespräch gegangen sei, wurden mir nur vage und ausweichend beantwortet. Als ich am nächsten Morgen Berthold erneut nach den Gesprächsinhalten des Vortages befragte, murmelte er, er leide zur Zeit an einer Generalamnesie, womit er wohl gewisse Gedächtnislücken über das Geschehen des Vortages meinte.
Zurück im Quartier angekommen, weiß ich nicht so recht, wie der Abend weiter verlaufen ist. Mir fehlen die Aufzeichnungen. Es kann davon ausgegangen werden, dass Wuddy noch den einen oder anderen Enzian vorgesetzt bekam. Möglicherweise haben sich bei der Vernichtung klarer Getränke auch Ohm Wolly und Ohm Johannes beteiligt. Mit Sicherheit steht fest, dass sich letztlich eine Nachtwache gebildet hatte, die bis in die tiefe Nacht, Augen, Ohren, aber vor allem den Mund offen hielt, um gefüllten Gläsern schnellstmöglich den Garaus zu machen.
Für den 3. Manövertag wurde das Einsatzgebiet vom Wasser ins Gebirge verlagert. Aufgabe war, den 1720 m hohen Tegelberg einzunehmen und die dort, laut Marschbefehl vorhandene hinterhältige Partisanen-Splittergruppe zu zerschlagen. Die Strategie der Generalität sah vor, einen Teil der Truppe über die Ostflanke zum Gipfel vordringen zu lassen, der Rest sollte mit dem Lift zügig zum Gipfel gelangen und sich dort festsetzen. Diese simple Vorgehensweise konnte auch dem einfältigsten Truppenmitglied plausibel gemacht werden, so dass die Generalität mit einem erfolgreichen Manövertag rechnen konnte. Nach ausgiebiger Stärkung ging es mit Wanderschuhen und dem einen oder anderen Marschgepäck per Truppentransporter nach Schwangau. Bei glühender Hitze entstieg man dem Gefährt und betrachtete das Einsatzgebiet. Sah zwar ganz schön hoch aus, dieser Tegelberg, schien aber ein relativ einfaches Unterfangen zu werden. Zum Zu-Fuß-Weg über die Ostflanke entschlossen sich: Michael Nitzard, Markus Bouillon, Hans Majewski, Guido Birrenbach, Stefan Klein, Heinz Bündgen, Daniel Jenichen, Markus Siebertz, Berthold Keller, Dietmar Schmahl, Christian Siebertz, Andreas Kamp, Martin Bungart, Hubert Rahm, Theo Westhofen, Martin Hoppen, Norbert Adams und Uwe Jenichen. Eine Truppe, die gewillt war sich unerschrocken den Gefahren und Strapazen des Aufstieges zu stellen. Erstaunlicherweise war ein Franz-Josef Adams, der sich am Vortag noch, als bereits im Vorhof des Greisenalters stehender Manöverteilnehmer, in die eiskalten Isarfluten gestürzt hatte, nicht bei der Fußtruppe zu finden. Oder ein Winfried Zimmer, äußerlich ein durchtrainiertes Erscheinungsbild, entschwand ebenfalls ohne Erklärung Richtung Liftstation. Hatten die beiden die Befürchtung auf dem Weg zur Bergspitze zu sehr in Scharmützel mit einheimischen Bierflaschen verwickelt zu werden oder wollten sie ihre körperliche Robustheit dem "fliegenden" Truppenteil zur Verfügung stellen? Eine zufrieden stellende Antwort liegt bis heute nicht vor, es sei denn, diese Vorgehensweise ist eine geheime Aktion der Generalität. Das sich ein zukünftiger Prinz von Linz und sein jugendlicher Begleitschutz Wuddy und Kölsch nicht dieser gefährlichen Vorgehensweise der Fußtruppe anschließen würde, war im Hinblick auf die bevorstehende Session nachzuvollziehen.
Die Truppe teilte sich und der Berg wurde in Angriff genommen. Wer von der Fußtruppe gehofft hatte, dass nach einigen hundert Metern die Steigung des Weges etwas nachlassen würde, sah sich getäuscht. Der Weg wurde teilweise so steil, dass man bequem auf allen Vieren in die Höhe hätte klimmen können. Schnell war der Trupp weit auseinander gezogen und es bildeten sich einzelne, kleinere Kampfeinheiten. Als vorgezogenes Fazit der Erstürmung des Tegelberges möchte ich bereits jetzt festhalten: Es war tierisch steil und höllisch schwer. Beim Blick nach oben hoffte man bei jeder sich abbildenden Kuppe, dass es dahinter etwas flacher weiterginge. Weit gefehlt. Die Quälerei schien kein Ende zu nehmen und eine ständige Steigerung der Belastung hinter jeder Kuppe und Kurve unausweichlich. Glücklicherweise befand sich nach etwa 2/3 des Weges eine Berghütte, in der jeder Erfrischung und Stärkung zu sich nehmen konnte.
Das letzte Drittel des Weges forderte nochmals allen Willens- und Krafteinsatz. Ich hatte teilweise ein Gefühl in den Oberschenkeln, als sei ich dabei ein 100 Stockwerke hohes Gebäude über eine Wendeltreppe zu ersteigen. Aber letztlich schafften es alle bis zur Raststätte am Gipfel des Berges. Als Letzter kämpfte sich Berthold zu den Sitzgelegenheiten. Er hatte als guter Spieß stets das Ende der Kolonne eingenommen, wohl um sich jederzeit ein Bild von der vor ihm kraxelnden Truppe machen zu können und eventuell schwächelnde Kameraden nach oben schieben zu können.
Die schon wesentlich früher auf der Bergspitze eingetroffen "Flugtruppe" war entweder auf keinen Widerstand gestoßen oder die hier oben vermuteten Partisanen hatten bei Anblick der verwegenen Truppe gleich die Flucht ergriffen. Wahrscheinlich waren ihnen Laute wie "He Ohm, wat dringst de?" oder "Boo, hann esch enne Brand!" dermaßen fremd und unheimlich, dass sie sich gleich aus dem Staube gemacht hatten. Auf jeden Fall wurde von dieser "Flugtruppe", bei jedem Eintreffen eines "Füßlings" ein lautes Bravo und Hallo angestimmt und mit vollen Bierhumpen gewunken. Für den Eintreffenden einerseits aufbauend, so empfangen zu werden, andererseits deprimierend, wenn er sah, wie erholt und gut gestärkt mit Gerstensaft die "Flugtruppe" die Aussicht genoss.
Ohne Verluste vereint wurden auf der Bergstation neue Kräfte gesammelt. Gemütlich saß man zusammen und tauschte die gemachten Erfahrungen der Gipfelerstürmung aus. Nach ausreichender Erholungsphase, dies bezieht sich natürlich nur auf die Fußtruppe, ging es zurück ins Tal, einzelne Truppenteile wieder zu Fuß, der größte Teil verstärkte jedoch die "Flugtruppe" und ließ sich per Lift ins Tal bringen. Am Sammelplatz, in der Nähe unseres Transporters, befand sich erfreulicherweise eine weitere Möglichkeit, den bei vielen immer noch vorherrschenden Flüssigkeitsmangel auszugleichen. Die dieser Flüssigkeitsausgleichstation angeschlossene Sommerrodelbahn schien bei einigen Manöverteilnehmern neue Kräfte und neuen Wagemut zu wecken. Waghalsig stürzten sich alt (z.B. Andreas Siebertz, Ohm Johannes) und jung (z.B. Martin Hoppen, Daniel Jenichen) mit dem Rodelschlitten in die Blechbahn. Auch dieses Vergnügen nahm ein Ende als Cheforganisator Murmel zum Aufbruch rief. Mit unserem Transporter ging es zurück Richtung Paterzell. Schließlich sollte uns dort ab 19 Uhr noch ein zünftiger Grillabend erwarten.
Wer erwartet hatte, dass die Truppe nach diesem überaus harten Kampfeinsatz am Tegelberg schwächeln würde, hatte sich in der Einsatzmoral der Truppe gründlich getäuscht. Geschniegelt und gestriegelt saßen alle pünktlich am Tisch und genossen frisch Gegrilltes mit verschiedenen Salaten. Natürlich wurde dabei auch wieder das eine oder andere Glas Gerstensaft vernichtet. Wuddy musste auch bei dieser Gelegenheit wieder, sehr zu seinem offensichtlichen Missvergnügen, der Spendenbereitschaft und Gastfreundschaft von Prinz Paul nachgeben. Wieder und wieder wurde von Paul Enzian geordert, ein Getränk, dem Paul sehr zugetan war, welches Wuddy aber weder sehen, noch riechen und schon gar nicht mehr schmecken wollte. Aber seine gute Erziehung gebot ihm, ein Geschenk nicht abzulehnen. So zwang er einen Enzian nach dem anderen in sich hinein. Obwohl auch zu diesem Zeitpunkt die Stimmung immer noch ausgezeichnet war, hörte man plötzlich die laute Stimme von Hubert donnern: „Isch hann et satt, isch melden misch aff. Isch john in et Fasanekorps“. Ob ihm das Bier nicht schnell genug serviert wurde oder ob er bei der Bestellung eines Enzians übergangen wurde, ist mir nicht bekannt. Wer nun allerdings geglaubt hat, alle Anwesenden wollten ihn von dem unsinnigen Vorhaben abbringen, sah sich getäuscht. Im Gegenteil, viele wünschten ihm alles Gute, einige sprachen die Hoffnung aus, ihn bald als Kommandant der Fasanen begrüßen zu können. Sie stellten sich wohl Hubert mit langer Feder am cremefarbigen Krätzenchen und weißer Jacke als imposante Erscheinung neben Papendorf vor. Irgendwann ließ man Hubert mit seinen Wahnvorstellungen alleine und widmete sich wieder der Getränkevernichtung.
Zufrieden löste sich zur späten Stunde die Truppe langsam auf, bis sich letztlich wieder eine kleine Nachtwache gebildet hatte, die glaubte, mit einem Auge über den Schlaf der Kameraden wachen zu müssen, mit dem anderen Auge die Bierkrug-Hebebewegung des Armes koordinieren zu müssen. Aber irgendwann sind auch diesen Augen zugefallen.
Am 4. und letzten Tag unseres Manövers hieß es Abschied nehmen von den freundlichen Wirtsleuten und der schönen Manöverunterkunft. Murmel und Commodore Christian dankte für die von der Bedienung und auch den Wirtsleuten aufgebrachte Geduld und das das Verständnis, wenn es meist allabendlich etwas länger wurde, als bei den normalen Öffnungszeiten üblich. Die Wirtsleute hatten, wie sie sagten, sehr viel Freude an unserem Besuch und bestätigten mit der Aussage: "Ihr seit eine sehr trinkfreudige und trinkfeste Truppe" ein wichtiges Manöverziel, nämlich die Vernichtung möglichst umfangreicher Nahrungsreserven im Feindesland.
Nach dem Austausch der üblichen Lobhudeleien eines Abschiedes ging es nun zum letzten Manöverziel. Auf der Heimfahrt sollte, quasi so nebenbei, auch noch Kloster Andechs erstürmt und genommen werden. Guido wies allerdings immer wieder auf die Wichtigkeit der folgenden Aktionen mit der der bedeutsamen Aussage hin: "Dat ess der Hauptsdaach". Die Konzentration auf dieses Unterfangen war groß und kaum dass die Truppe das Ziel erreicht hatte, strömte sie schon zielstrebig in die Nähe der Zapfhähne. Ein langer Tisch wurde in Beschlag genommen und die Spezialitäten der Patres geordert. Als wenn sie für uns bestellt gewesen wären, rückte kurze Zeit später eine bayerische Musikgruppe ein und platzierte sich direkt vor unserem Tisch. Der Morgen war gerettet. Die Musik spielte, Stefan eroberte für kurze Zeit das Schlagzeug, Alt-Commodre Heinz dirigierte, Johannes schwang das Tanzbein, das Bier wurde in immer kürzen Abständen geordert. Die Stimmung war bestens, aber Murmel und Bulli mahnten zur Heimkehr, die Abfahrt war für 13 Uhr vorgesehen. Guido gab sich damit jedoch nicht zufrieden und stimmte immer wieder den Schlachtruf: "18 Uhr, 18 Uhr, 18 Uhr" an. Er hatte einen Teilerfolg, der Zapfenstreich wurde auf 14 Uhr verlängert. Diese Zapfenstreichverschiebung war jedoch nicht nur für Guido ziemlich fatal, auch der Literat hat diese zusätzliche Stunde wohl intensiv genutzt, den dunklen bayerischen Gerstensaft in sich hineinzuschütten. Nachfolgend Niedergeschriebenes wurde mir daher erst Tage später bekannt. Verschiedenen Aussagen zur Folge sind wir mit Musik ausmarschiert, ist meiner Erinnerung allerdings total entfleucht. Das wir irgendwo ein Gruppenfoto erstellt hatten, fiel mir erst auf, als ich es in der Zeitung erblickte. Wo und wann es erstellt wurde und wie ich darauf gekommen war, war mir ebenfalls entfleucht. Eines fiel mir auf dem Gruppenfoto jedoch auf. Guido stand in einer etwas unnatürlichen Haltung zwischen Johannes und Wolli. Bei flüchtigem Hinsehen hätte man den Eindruck gewinnen können, Guido sei von den beiden entführt worden und befinde sich nur zwangsweise auf dem Bild. Bei genauerem Hinsehen kann man aber eine tiefe innere Zufriedenheit aus Guidos Gesichtszügen herauslesen.
Da mir Erinnerungen vom weiteren Verlauf der Heimfahrt fehlen, kann ich letztlich nur feststellen, dass alle gesund in Linz angekommen sind. Einen herzlichen Dank an die Organisatoren Murmel und Bulli, die allen Teilnehmern zu vier wunderbaren Manövertagen verholfen haben. Auch freut es mich persönlich, dass es in Linz Korps gibt, die in der Lage und bereit sind, gemeinsam solch ein Manöver zu planen und durchzuführen. So eine Tour zeigt Gemeinsamkeiten der Karnevalisten auf und festigt Bindungen und Freundschaften. Freuen wir uns daher gemeinsam auf die neue Session unter der Regentschaft von Paul II. und auf weitere gemeinsame Aktivitäten.